10.3 Luciano war ein Feinschmecker

Bei Tisch hatte er eine große Leidenschaft für die Küche der Langa, aber ohne Übertreibungen. „Vor allem“ – präzisiert Mariuccia – war Luciano enorm an der Küche interessiert und er war auch ein Feinschmecker. Ich erinnere mich, dass er sich vor einer Geschäftsreise detailliert über die Küche jener Orte informierte und sich vorstellte, wie er sie mit seinen Weinen kombinieren könnte. Aber das Beste war, ihn nach seiner Rückkehr von seinen Erfahrungen berichten zu hören. Unweigerlich kam er mit einer ‚Kritik‘ heraus. Aber für uns in der Familie war das keine Neuigkeit“.
Er hatte viele Lieblingsgerichte unter denen der Langa, traditionell oder mit einer kuriosen Variante, die aus der „Fantasie“ von Mutter Rosina stammte. „Das offensichtlichste Beispiel“ – erinnert sich Mariuccia – „waren die Tajarin mit Fleischragout, die seine Mutter je nach Jahreszeit mit reichlich Erbsen aus dem Garten verfeinerte, zart und süß. Mit dieser etwas ungewöhnlichen Note blieb ihm der Geschmack der Kindheit erhalten, und so schätzte Luciano dies sein ganzes Leben lang. Er liebte dieses Gericht mit dieser Variante bei den Sonntagsessen hier zu Hause mit der Familie, vor allem um diese Geschmäcker an die Enkel Alessia und Stefano weiterzugeben. Und man staune: Jetzt lieben sie sie auch“.
Unter den traditionellen Gerichten der Langa liebte er besonders den russischen Salat, das Vitello Tonnato, aber – Achtung! – in der traditionellen Version, also ohne Mayonnaise, das „vitel tané“ um es klar zu sagen.
Was die ersten Gänge betrifft, hielt er sich vor allem an die r̄avior̄e der̄ plin (Ravioli in der weiblichen Form nach lokaler Tradition) und Suppen – insbesondere die cisr̄à – oder Eintöpfe – vor allem die „mnestr̄a da bàte er̄ gr̄an“; und dann die Saucen und bagnet wie die bàgna càda, den bagnet verd und die sàussa do dijav.
Aber seine Neugier bei Tisch trieb ihn auch zu Gerichten der orthodoxesten Langa-Küche wie batsoà, oriòt und Finanziera. Gerichte, die auf Restaurantkarten schwer zu finden sind, aber in der Familie immer noch sehr geschätzt werden. Bei den Hauptgängen bevorzugte er Kaninchen, das er auf ligurische Art mit Taggiasca-Oliven oder in Rotwein (seiner Barbera d’Alba) oder mit Paprika aus Carmagnola liebte.
„Wie ich schon sagte“ – präzisiert Mariuccia – Luciano war ein Feinschmecker, aber eine absolute Null beim Kochen. Ich werde nie den Abend vergessen, als ich nach der Arbeit zum Zahnarzt musste. Barbara, unsere Tochter, war 4 Jahre alt. Da ich Lucianos Grenzen in der Küche kannte, hatte ich dafür gesorgt, das Abendessen für das Kind bereit zu stellen: den Topf mit bereits gesalzenem Wasser, daneben in einer Schüssel die richtige Menge Pasta und dazu die passenden Portionen Olivenöl Extra Vergine und Parmigiano Reggiano... und natürlich das Nudelsieb. Als ich nach Hause kam, war ich sehr froh, da ich bemerkte, dass das Kind gegessen hatte und sogar schon schlief. Beim Aufräumen der Töpfe in der Küche wurde mir klar, dass das Nudelsieb nicht benutzt worden war. Ich fragte Luciano, ob er es vielleicht schon abgespült hätte, aber er fragte mich mit aller Natürlichkeit der Welt: „Ah, aber wofür war das Nudelsieb gut?“ Nach dieser Frage hatte ich die x-te Bestätigung, dass Luciano in der Küche ein <Master in Disaster!!>. Er hatte dem Kind die Pasta in ihrem Kochwasser mit dem Öl und dem Parmesan gegeben! Was für eine Suppe!.
Im Gegensatz dazu liebte er es sehr, einige Traditionen von Konserven fortzuführen, die sich auf Zeiten bezogen, in denen der Kühlschrank noch nicht existierte oder sehr selten war. Daher vergnügte er sich damit, die Paprika aus Carmagnola in der noch gärenden Trester zu mazerieren, die sogenannten „povr̄on sota r̄a ràpa“. Und dann war am Ende des Herbstes das Pinzimonio mit den Lauchzwiebeln aus Cervere (Porri di Cervere) obligatorisch, die Luciano monatelang im Sand reifen ließ. Aber seine „Glanzleistung“ war der Weinessig, den er zunächst mit seiner Mutter Rosina zubereitete. Später setzte er die Familientradition fort und bereitete ihn in einem kleinen Holzfass zusammen mit seinem Bruder Luca zu, der heute diese wertvolle Familiengewohnheit weiterführt.

10.1
Zurückhaltend ja, aber sicher nicht mürrisch - Mariuccias Erinnerungen

Zurückhaltend ja, aber sicher nicht mürrisch

Als junger Mann war Luciano sehr zurückhaltend, vielleicht sogar ein wenig schüchtern, was ihn distanziert erscheinen ließ. Diese Haltung verunsicherte viele und erweckte den Eindruck, er sei eine schwer zugängliche Person.

10.2
Wein machen, wie er es mochte - Mariuccias Erinnerungen

Wein machen, wie er es mochte

Rebe und Weinberg hatten einen besonderen Platz in Lucianos Herzen. Und das schon in jungen Jahren.

10.4
Die Berge eine wahre Leidenschaft - Mariuccias Erinnerungen

Die Berge eine wahre Leidenschaft

Kommen wir zum Thema „Sport“. Man kann nicht sagen, dass Luciano besondere Vorlieben hatte. Er war kein Fan einer bestimmten Mannschaft, aber – wenn es sich gerade ergab – schaute er sich gerne ein Fußballspiel im Fernsehen an oder, noch lieber, die Etappen des Giro d'Italia.

10.5
Viele denkwürdige Momente - Mariuccias Erinnerungen

Viele denkwürdige Momente

Lucianos Leben war gespickt mit vielen angenehmen Momenten, vielen Anlässen, die ihn bewegt haben.

10.6
In der wenigen Freizeit - Mariuccias Erinnerungen

In der wenigen Freizeit

Zuhause war Luciano „allergisch und intolerant“ gegenüber Hausarbeiten. Er liebte die Gastfreundschaft, die Herzlichkeit bei Tisch, er feierte gerne Jubiläen und war gerne mit seinen Lieben zusammen, alle gemeinsam.

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und die Familie verbindet, die sein Erbe bewahrt.

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