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durch eine Geschichte führen, die einen Mann, sein Land
und die Familie verbindet, die sein Erbe bewahrt.
"Im Weinkeller Borgogno – fährt Luciano fort – fühlte ich mich wirklich wohl und auch
deshalb verspürte ich nie die Versuchung, nach Hause zurückzukehren, um das Handwerk meines
Vaters auszuüben. Ich würde es in den folgenden Monaten und Jahren merken: jene Zeit in
Casa Borgogno war für mich eine grundlegende Erfahrung. Ich war jung und
all die Neuheiten zogen mich in ihren Bann. Wenn ich an jene Jahre zurückdenke, frage ich
mich, ob ich alles gelernt habe, was ich hätte lernen können. Damals faszinierte und
fesselte mich alles: Die Arbeit war wichtig, aber sie war nicht alles. Bei der Borgogno
zu arbeiten hatte mir viele Türen geöffnet: im Dorf (Gummiball und Fußball), aber auch
jenseits der Gemeindegrenzen. Von Barolo aus war es nicht einfach zu reisen, aber mit
der Unterstützung der Familie Borgogno gelang es mir gelegentlich sogar".
In einem kleinen Betrieb zu arbeiten bedeutete, sich um viele Dinge zu kümmern. Lucianos
Hauptaufgabe war zwar die Arbeit im Keller, doch teils aus Notwendigkeit, teils
aufgrund seiner vielseitigen Natur kümmerte er sich auch um den landwirtschaftlichen
Bereich. So kam es, dass er zwischen einer Kellerarbeit und der nächsten Zeit
fand, um die Weinbergreihen abzugehen und zu sehen, wie die Saison voranschritt,
und bei den verschiedenen Kulturarbeiten mit anzupacken.
Luciano hatte sich das Vertrauen des Eigentümers so sehr erworben, dass man ihn oft
nach Alba schickte, um die für Keller und Gut benötigten Einkäufe zu erledigen.
"Was die Weinberge betrifft, – Lucianos Erinnerungen werden lebhafter – bei der
Borgogno waren sie im Vergleich zu anderen Produzenten der damaligen Zeit wirklich
gut organisiert. Cav. Borgogno hatte sogar einen Stall gekauft, aus dem er den Mist
gewann, um ihn in den Reben und anderen Kulturen zur organischen Düngung
auszubringen. So lernte ich in der Landwirtschaft und insbesondere im Weinbau,
alles zu tun, von der Düngung bis zur Pflanzenpflege, vom Rebschnitt
bis zur Weinlese".
Im Laufe seiner Ausbildung und Erfahrung kam Luciano zu der Erkenntnis, dass er die
landwirtschaftliche Arbeit wirklich liebte. Es bereitete ihm Freude zu sehen, wie
die Pflanzen sich entwickelten und wuchsen, die Trauben reiften und die Reben mit
dem Fortschreiten der Jahreszeiten und dem Nahen des Winters ihre Blattfarbe
wechselten.
1966, als er zwanzig wurde, erhielt Luciano seinen Einberufungsbescheid
und musste wider Willen zum Militärdienst einrücken. Nach der
Ausbildungszeit in Cuneo wurde er nach Ulzio im oberen Val Susa versetzt.
Inzwischen hatte seine Arbeit bei der Borgogno das Interesse anderer Weinkeller
in der Gegend auf sich gezogen. Auch wenn es damals für die verschiedenen
Betriebsinhaber genügend Arbeitskräfte gab, versuchte doch jeder, einen fähigen
Mann an sich zu binden.
So waren die Angebote, den Weinkeller zu wechseln, wenn er auf Urlaub
nach Hause kam, häufig.
"Der Hartnäckigste von allen – erinnert sich Luciano – war Felice Scarzello von
der Marchesi di Barolo. Er tat alles, um mich zu treffen. Er wollte, dass ich
nach meiner Rückkehr vom Militärdienst die Borgogno verlasse und in seinem
Weinkeller anfange. Das war ebenfalls ein angesehenes Haus, sogar größer als
die Borgogno, und dieser beharrliche Druck von Felice Scarzello schmeichelte
mir. Und außerdem lag auch dieses Unternehmen in Barolo, was mein Leben nicht
allzu sehr verändert hätte".
Bei der Marchesi di Barolo war die Verantwortung für den Keller Giuseppe Scarzello
übertragen worden (einem entfernten Verwandten von Felice und Onkel von Giorgio
Scarzello, dessen Familie einen kleinen Weinkeller besaß). Alle kannten ihn als
"Pinòto", die piemontesische Übersetzung seines Namens. Er war noch bei guter
Gesundheit, aber seine Jahre häuften sich, und in einigen Jahren würde er in
Rente gehen. Felice Scarzollos Plan war klar: Luciano sollte sich einleben,
Erfahrung sammeln und dann "Pinòtos" Stelle als Verantwortlicher
für die Kellerarbeit übernehmen.
Natürlich war der Vorschlag und die Aussichten – nicht nur finanzieller Art –
durchaus attraktiv, doch Luciano hatte noch gewisse Zweifel, ob es klug sei,
den Weinkeller Borgogno zu verlassen, um zur Marchesi di Barolo zu wechseln.
Das Dorf war klein, und Luciano hatte wenig Toleranz für Klatsch. Er befürchtete,
dass eine solche Entscheidung für viel Gesprächsstoff sorgen würde.
Wenn Luciano an jene Jahre zurückdenkt, überkommt ihn so etwas wie Stolz: "Während meines Militärdienstes entschied ich mich, den Weinkeller Borgogno zu verlassen und zur Marchesi di Barolo zu wechseln.
Inzwischen wurde 1966, genau am 23. April, das Dekret von Staatspräsident Giuseppe Saragat erlassen, das dem Barolo die Doc zuerkannte.
Inzwischen war etwas Unerwartetes geschehen. Plötzlich weiten sich Lucianos Augen und lassen neue Gefühle durchscheinen.
Die Begegnung mit Mariuccia erwies sich bald als vielversprechend. Zwar waren ihre Charaktere sehr verschieden, doch ergänzten sie sich nach und nach.
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